Das Tragen eines Motorradhelms verringert während eines Verkehrsunfalls das Risiko einer schweren Kopfverletzung um ca. 70% und die Rate der Sterblichkeit um 40%. Motorradhelme sind in Deutschland und den meisten EU-Ländern Pflicht. Wer sich einmal Crashtests angesehen hat, weiß, von welcher Bedeutung Sicherheitssysteme sind, diese finden wir in nahezu sämtlichen Fahrzeugen. Anders sieht es aus bei Motorradfahrern. Das wichtigste Sicherheitssystem des Zweiradfahrers ist der eigene Kopf, und diesen gilt es besonders zu schützen. Dazu dienen funktionelle Motorradhelme. Wie gut ein Helm im Fall eines Unfalles vor Verletzungen schützt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist, dass der Helm den Anforderungen entspricht und eine ECE-Nummer trägt. Die meisten der am Markt befindlichen Helme werden aus Verbundkunststoffen hergestellt. Sie sind dadurch sehr stabil, bei dem hohen Schutzniveau allerdings auch oft teurer. Die Motorradhelme unterscheiden sich in den verschiedenen Ausführungen:

Der Jethelm

Der Jethelm oder Halbschalenhelm wird besonders gerne von Chopperfahrern und stolzen Bartträgern getragen. Bei dieser Helmart ist der untere Bereich des Gesichtes völlig ungeschützt (Halbschale). Um wenigstens den geringsten Sicherheitsansprüchen zu genügen, müssen sie Stirn, Ohren und Nacken schützen, laut deutschem Gesetz sind in der Straßenverkehrsordnung sogenannte „Braincaps“ (Halbschale, die lediglich oberhalb der Ohren sitzt) verboten. Es gibt Jethelme mit extra tief gezogenem- oder aber auch ganz ohne Visier. Generell gilt: Bei einem Unfall ist der Jethelm „halbe Sache“!

Der Integralhelm

Im Gegensatz zum Jethelm besitz der Integralhelm eine feste Kinnpartie und verfügt immer über eine komplett verschließbares Visier. Durch die Bauart garantiert der Integralhelm den höchsten Schutz bei gleichzeitig sehr geringem Gewicht, ein moderner Integralhelm wiegt nur noch 1300 Gramm und weniger (kostet dafür aber Jenseits der 500 Euro. Meist versehen mit dem sogenannten „Doppel-D“-Verschluss, der im Rennsport weit verbreitet ist. Der Integralhelm wird häufig durch sportlich ambitionierte Motorradfahrer getragen und kann auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten noch „Windleise“ sein. Der Integralhelm ist im Rennsport absolute Pflicht.

Der Klapphelm

Der Klapphelm sieht im geschlossenem Zustand einem Integralhelm zum Verwechseln ähnlich, bei ihm lässt sich allerdings die vordere Partie hochklappen. In aller Regel liegt das Gewicht im Vergleich zu den Integralhelmen leicht höher und die Schutzwirkung wird als geringfügig niedriger eingestuft. Der große Vorteil des Klapphelms liegt darin, dass er nach einem Unfall das Abnehmen erleichtert. Der Klapphelm ist häufig auch der Motorradhelm für Brillenträger. Er wird gerne von Tourenfahren getragen und hat sehr häufig einen geringen Geräuschpegel. Ein Klapphelm darf nur in geschlossenem Zustand verwendet werden, ausgenommen sind Ausführungen, wo das Kinnteil bis ganz hinter den Helm geschoben werden kann.

Der Motocrosshelm

Ein Motocrosshelm muss andere Anforderungen erfüllen, als sämtliche seiner Schutzkollegen. Darum werden hier Einbußen hingenommen, die in anderen Bereichen der Motorradhelme niemals Akzeptanz finden würden. Der Motocrosshelm verfügt über eine durchgängige Kinnpartie, jedoch meist über kein Visier, sodass das Tragen einer Motocross-Brille Pflicht ist. Die Modelle haben einen größeren Gesichtsbereich und verfügen über eine Sonnenblende.

Der Kinderhelm

Die meisten Helmarten gibt es auch in kleineren Größen. Oft werden diese als Kinderhelm angeboten. Es gilt allerdings: Nur weil der Helm einem Kind passen sollte, ist dieses noch lange kein Kinderhelm. Kinder benötigen keine kleinen Größen, sondern speziell angefertigte und passende Kindermotorradkleidung, die nach Sicherheitsanforderungen gefertigt wird. Dabei ist besonders die Kopfform des Kindes zu der Passform des Helmes zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Kinderkopf, desto mehr muss der Helm ausgepolstert sein und dementsprechend Schwer fällt der Helm aus.

Der Motorradhelm für Brillenträger

Es gibt nicht DEN Motorradhelm für Brillenträger. Dafür allerdings eine ganze Reihe Helme, die sich sehr wohl und auch komfortabel von Brillenträgern tragen lassen. Wegen des hohen Komforts findet häufig der Klapphelm Verwendung als Motorradhelm für Brillenträger. Das A und O beim Motorradhelmkauf trifft generell auch beim Motorradhelm für Brillenträger zu: Anprobe im Laden. Den Helm mindestens 10 Minuten tragen. Nach Möglichkeit Fahrt mit dem Helm auf dem eigenen Motorrad oder mindestens ein Test im Windkanal. Eine Probefahrt ist sehr empfehlenswert, denn auch ein Helm, der im Laden 1A sitzt, kann während der Fahrt unangenehm werden.

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