Motorradhandschuhe sind Sicherheitshandschuhe

Motorradhandschuhe sind absolute Pflicht des Motorradfahrers, sie sollten immer zur standardmäßigen Sicherheitsbekleidung gehören – genau wie der Sturzhelm. Dennoch sieht man während des Sommers immer wieder Fahrer, die sozusagen „Nackt“ unterwegs sind – Nur mal eben schnell „um die Ecke zum Brötchen holen“ kann das Aus für die Gesundheit der Hände bedeuten. Bei fast 85 % aller Zweiradunfällen kommt es zu Verletzung der Hände, da man instinktiv die Hände ausstreckt, um sich abzufangen. Wer einmal mit ansehen durfte, wie die Hände eines Motorradfahrers nach einem Sturz mit nur 35 km/h aussehen, wird selbst niemals auf die Idee kommen, ohne Motorradhandschuhe zu fahren. Generell gilt: Keinen Meter ohne ordentliche Handschuhe!

Der richtige Motorradhandschuh

Leider werden Motorradhandschuhe immer wieder nach Kriterien wie „Sehen die cool aus!“ oder „Mensch, echt günstiges Angebot“ gekauft. Es geht aber nicht darum, mit dem Leder an der Hand einen Preis zu gewinnen, auch nicht darum, womöglich am falschen Ende zu sparen. Motorradhandschuhe erfüllen in erster Linie den Zweck, im Fall eines Falles die Hände zu schützen. Erst danach folgen Kriterien wie Temperaturabschirmung oder Atmungsaktivität. Achten Sie zudem auf die Stulpenbreite der Handschuhe und dem Ärmelabschluss ihrer Jacke, passt die Stulpe über oder in die Jacke, gibt es keine Probleme.

Die richtige Passform ist wichtig

Achten Sie unbedingt auf gute Passform, denn Schalter, Gas, Kupplung und Bremse müssen jederzeit schnell und sicher betätigt werden können. Während man früher sagte „Lieber zu groß als zu klein!“, wird heute eher der Standpunkt vertreten, dass Handschuhe passen müssen wie Kondome: sie sollen eng anliegen und nirgends „rumschlabbern“! Merken Sie sich: je Enger der Handschuh, desto mehr Gefühl hat man für das Motorrad – darunter muss aber die Bequemlichkeit nicht leiden. Handschuhe, die Sie abschütteln können, gehören zurück ins Regal, gleich neben diese, die über keine Handgelenkverschlüsse verfügen. Achten Sie bei der Anprobe darauf, dass Sie nicht zu enge Handschuhe auswählen, dadurch wird der Blutkreislauf eingeengt, wodurch die Hände einschlafen oder sich ein Taubheitsgefühl einstellt. Beachten Sie zudem die Fingerlänge, da die Fingerspitzen vorne nicht anstoßen sollten. Wenn bei der Anprobe Nähte kneifen oder zwicken, lieber auf ein anderes Paar ausweichen, mehrfach Grifftests durchführen.

Motorradhandschuhe – In Leder oder Textil?

Beide Materialien haben Vor- sowie Nachteile. Da Lederhandschuhe allerdings sehr viel höhere Abriebwerte besitzen, als diese bei Textilhandschuhen erreicht werden können, sollte Leder aus Gründen der Sicherheit vorgezogen werden. Zusammenhängend zum Material ist die Verwendung der Protektoren. Grundsätzlich keine Handschuhe auswählen, die über keine Protektoren verfügen. Sind die Knöchel einmal kaputt, nutzt einem das auch schönste Leder nichts mehr. Hochwertige Handschuhe bestehen ohnehin aus Mischmaterialien: reisfestes Känguruleder gepaart mit Textil an den richtigen Stellen, so schützen sie durch Kevlar- oder Karboneinlagen ihre Handknöchel und Fingerglieder und mit Materialdoppelungen die Handkanten.

Handschuhtypen

Für alle Jahreszeiten und zu jedem Einsatzzwecke gibt es verschiedenartig ausgelegte Motorradhandschuhe. Diese splitten sich im Wesentlichen in Sommer-, Winter- oder Übergangshandschuhe. Chopperfahrer verfügen leider häufig über eine ziemlich eigene Sicht der Dinge – besonders auch gerade im Hinblick auf ihre Handschuhe. Ein absolutes No Go sind Handschuhe mit Fransen, da diese leicht verfangen und im Extremfall zu schwersten Verletzungen führen können.

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